Von Simon Scherer

Folgender Artikel ist heute, am 11.01.2021, im Altmühl-Boten (online auf nordbayern.de) erschienen. Wir geben ihn hier auszugsweise wieder:

GUNZENHAUSEN – Der Bund Naturschutz hat im Frühjahr mit Blick auf mehrere geplante Projekte vor einem Ausverkauf des Fränkischen Seenlands gewarnt. (…)

BN-Ortsvorsitzende Alexandra Kresse hat nach eigenen Angaben immer wieder darauf hingewiesen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Tourismus nicht im Widerspruch zu einander stehen müssten, solange die Projekte naturverträglich geplant würden. Sie ist sich mit der Kreisvorsitzenden Brigitte Löffler und dem Kreisvorstand des BN darin einig, dass im Altmühlsee- und Brombachseegebiet “ein immer Mehr und immer Größer in puncto Tourismus, für die Natur, für die Gäste und für die Anwohner nicht zielführend sei. (…) Sie selbst habe erst vor einigen Tagen bei einem Spaziergang am Altmühlsee einen Eisvogel beobachtet. Diese Naturbeobachtungen – zum Beispiel auch einen Biber bei seinem Werk zu beobachten – seien es, die von den Touristen geschätzt würden.

Wenn man die Natur immer mehr verdränge und auf Event-Tourismus setze, werde sich auch das Klientel, das einen Urlaub hier anstrebt, wandeln.
Einwände zu geplanten Bauvorhaben, die den zunehmenden Verlust von Lebensraum und den dadurch hervorgerufenen Verlust der Artenvielfalt betreffen, würden als nicht relevant abgetan. Das öffentliche Gespräch zur Findung eines Kompromisses werde gar nicht erst gesucht, bedauert der BN.
“Bis in die 1970er-Jahre hinein hielt man es auch für eine gute Idee, Flüsse und Bäche zu begradigen. Die teilweise schwerwiegenden Folgen wurden erst Jahre später sichtbar,

sodass man dann wieder mit erheblichem Kostenaufwand versucht hat, die Flüsse und Bäche zu renaturieren und ihren ursprünglichen Lauf wiederherzustellen,” so die Vorsitzende. (…) Die immensen Erschließungskosten für Strom, Abwasser und Frischwasser für die “Leuchtturmprojekte” seien neben der zusätzlichen Belastung der ortsansässigen Bevölkerung durch Abgase und Lärm durch das gesteigerte Verkehrsaufkommen unbedingt mit einzukalkulieren, gibt Ellebracht zu bedenken.(…) “Von den natürlichen Sandlebensräumen in unserer Region ist auch noch kaum etwas übriggeblieben.

Gerade hier vor unserer Haustür verschwinden immer mehr Arten still und heimlich. Es sind nicht nur die Tiere des Regenwalds, die geschützt werden müssen.” Während in den 1970er-Jahren im Bereich des Brombachs, in der Nähe der Scheermühle und der an die Muna angrenzenden “Grafenmühle” noch Knoblauchskröten, Kreuzkröten, Wechselkröten und Kammmolche während der Laichzeit zu beobachten waren, seien die Restbestände dieser seltenen Arten heute vom Großprojekt Center Parcs bedroht.

© Foto: Herbert Kraus
© Foto: Herbert Kraus

Die Natur erobert sich die Muna zurück: Zahlreiche Nischen und Ritzen bieten vielen Tieren einen neuen Lebensraum. Quelle: AB 11.01.2021   © Foto: Herbert Kraus
Auf einer etwa 3,5 Hektar großen Heidefläche inmitten der Muna leben nach BN-Erkenntnissen Sandwespe, Kreuzotter und Laufkäfer.

Zahlreichen Fledermausarten diene diese Freifläche als Jagdmöglichkeit. Es werde suggeriert, dass ein Großteil der Muna-Fläche versiegelt und damit einhergehend “wertlos” für die Natur sei. Aber wie bereits auf mehreren Aufnahmen zu sehen sei, habe sich die Natur die Flächen bereits zurückerobert. Gerade diese baufälligen Bunker und Baracken schafften neuen Lebensraum für Reptilien, Amphibien, Insekten und vor allem nischenbrütende Vögel.

Diese fänden in den Dörfern kaum noch geeignete Nistmöglichkeiten, da die Häuser und Hallen immer seltener natürliche Nischen und Höhlen aufweisen.

Der Appell des BN:

Jeder könne etwas für die Zukunft seiner Kinder und Enkelkinder tun, “indem er sich konsequent für den Erhalt der Landschaft und Schutz der Natur hier vor Ort einsetzt”.